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Blockchain Summit 2018 – hinter den Kulissen des CryptoValley Zug

Geschrieben von Dr. Rocco Mandrysch | 03. Mai 2018

Am 26. April 2018 fand in Zug – dem sogenannten CryptoValley der Schweiz – der zweite Blockchain Summit statt. Der Event ist das Get-together in der Szene. Kein Wunder, denn Blockchain ist in aller Munde. Diese bahnbrechende Technologie wird unseren Alltag in Zukunft massgebend prägen – auch die Cyber Security. Logisch, dass auch wir von InfoGuard am Blockchain Summit dabei waren. Was wir erlebt und gelernt haben, erfahren Sie in diesem Event-Rückblick!

Blockchain Summit 2018 – ein langersehnter Tag. Nicht nur für uns, sondern für die gesamte Blockchain Community. Die Initiatoren des CryptoValley haben einen Event auf die Beine gestellt, bei dem einerseits Netzwerke aufgebaut und gepflegt, andererseits Probleme diskutiert und Lösungsansätze gefunden werden sollten. Eingeladen war ein bunt gemischtes Publikum aus der Politik, Start-ups, Beratungs- und Forschungsunternehmen.

Das Motto in diesem Jahr war «Corporate vs. Start-ups». Passt jedenfalls, spriessen Blockchain-Start-ups schliesslich nur so aus dem (Zuger) Boden. Das Agenda Setting hielt jedoch auch noch andere Themen bereit, so dass jeder auf seine Kosten kam. Die weiteren Themen: Blockchain in der Immobilienwirtschaft, die Zukunft der Finanzwirtschaft, die Rolle der Regierungen in einer dezentralisierten Welt sowie die Zukunft von dezentralisierten Technologien. Aber alles von vorne…


Der Bundesrat im Blockchain-Fieber

Publikumsmagnet war sicherlich Bundesrat und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, welcher das Whitepaper von der Blockchain-TaskForce erhalten hat. Im 60-seitigen Bericht stehen Empfehlungen für die Regulierung der Kryptobranche. Die Empfehlungen drehen sich vor allem um den Umgang mit den Initial Coin Offerings (ICO), der von Blockchain-Unternehmen herausgegebenen Token sowie der fehlende Zugang zum Schweizer Finanzmarkt. Im Moment müssen Blockchain-Unternehmen nämlich für die Eröffnung eines Geschäftskontos auf ausländische Banken zurückgreifen – und das im Bankenland Schweiz!

Die Blockchain-Stars von morgen

Neben dem politischen Star leuchteten vor allem die jungen Blockchain-Talente. Es gab reichlich Vorträge sowie Podiumsdiskussionen zum Thema Start-ups. Auch Unternehmen, die Start-ups beim Durchbruch helfen sollen, waren vor Ort. Während einer eigens dafür veranstalteten Podiumsdiskussion gaben sie Tipps und Tricks für die Jungunternehmer, um in der Blockchain-Welt Fuss zu fassen. Aber auch kritische Worte kamen nicht zu kurz. Das Problem von vielen Start-ups: schlechte Businesspläne. Es sei oft nicht klar ersichtlich, welches Problem oder Bedürfnis schlussendlich adressiert werden soll. Kein guter Ausgangspunkt, um Investoren zu überzeugen!

Die dunkle Seite des Ruhms

Die Kapitalgeber selbst mussten jedoch auch Kritik einstecken. Teils investieren sie derart hohe Summen, dass am Ende der typische Start-up-Charakter verloren geht. Bestes Beispiel ist der Presenting Partner Aragon, der eine auf Ethereum basierte Business-Plattform erstellt hat. 2017 konnte das damalige Start-up satte 25 Millionen US-Dollars einfahren – und das, innerhalb der ersten 15 Minuten nach ICO! Beeindruckt? Es kommt noch besser: Das Start-up profitierte im Anschluss derart vom Hype um die Kryptowährungen, dass ihr Marktwert anfangs 2018 rund 250 (!) Millionen US-Dollars betrug.

So ein kometenhafter Aufstieg birgt aber auch Gefahren und Herausforderungen. Wie soll ein junges unerfahrenes Unternehmen mit so viel Geld umgehen? Wie können die Stakeholder optimal befriedigt werden? Andere – teils auch weniger innovative – Start-ups stehen vor denselben Problemen. Investoren verteilen grosszügig Finanzspritzen, selbst wenn kein handfestes Konzept besteht.

Der Blockchain-Hype geht weiter... 

Das Thema Blockchain ist definitiv mehr als nur ein Trend, auch für Start-ups. Das hat der Event deutlich gezeigt. Es wäre jedoch für viele Blockchain-Start-ups leichter, wenn grosse Unternehmen für neue, innovative Ideen offener wären. Nichtsdestotrotz scheint der Elan der Jungunternehmer – zum Glück! – ungebremst.

Der Besuch am Blockchain Summit 2018 war für uns von InfoGuard ein voller Erfolg. Wir haben spannende Insights aus der Szene erfahren, inspirierende Personen kennengelernt und uns natürlich auch ein bisschen vom Blockchain-Drive mitreissen lassen.